Pressemitteilung der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg eG

Thema: Bilanzpresseinformation 2016

VR-Bankverein - Fusion erfolgreich vor Zeitplan umgesetzt

v. l.: Thomas Balk, Wilfried Stolz, Hartmut Apel, Hans-Georg Germeroth

Innerhalb Rekordzeit ist die Fusion der beiden Genossenschaftsbanken VR-Bank Bad Hersfeld-Rotenburg eG und des Bankverein Bebra eG zur neuen VR-Bankverein Bad Hersfeld Rotenburg eG gelungen. Motor waren die von Anfang an vertrauensvollen auf Augenhöhe geführten Gespräche.
Sowohl die Vorbereitungsphase bis zur Vertragsunterschrift im letzten Sommer während der Vertreterversammlung in Rotenburg a. d. Fulda als auch die Findungsphase der Mitarbeiter nach dem realen Zusammenschluss erfolgte in kürzerer Zeit als bei vergleichbaren Instituten.
Darin sehen die Vorstandsmitglieder ein weiteres Indiz dafür, dass zusammenwächst, was ohnehin zusammengehörte und danken ihren Mitarbeitern gleichzeitig für das Engagement, das zu diesem Erfolg beigetragen hat.
Es werden keine Standorte geschlossen, lediglich in Sontra, Bebra und Rotenburg a. d. Fulda werden doppelte Filialpräsenzen, die in direkter Nachbarschaft liegen, zu einer modernen Filiale zusammengelegt.
Mitte März stehe nun noch der technische Zusammenschluss als letzte Phase bevor.

Trotz der zusätzlichen Belastungen aus der Fusion sind die Vorstände mit dem Ergebnis zufrieden und können auf gute Wachstumszahlen verweisen.
Beide Ursprungshäuser waren im Jahr 2016 gut aufgestellt und konnten nach der Fusion mit guten Ergebnissen die Ertragslage weiter ausbauen.
„Mit einem Zuwachs von 585 neuen Mitgliedern und 1.211 neuen Kunden, einem Zinsergebnis sowie einem Provisionsergebnis über dem Verbandsdurchschnitt sowie durch den Aufbau neuer Geschäftsfelder sichern wir nachhaltig die Erträge für unsere neue gemeinsame Bank“, fassen die Vorstandsmitglieder der VR-Bankverein eG Hartmut Apel, Thomas Balk, Hans-Georg Germeroth und Wilfried Stolz das Ergebnis für das abgelaufene Geschäftsjahr zusammen.

VR-Bankverein 2016 - die wichtigsten Zahlen im Überblick

  • Die Bilanzsumme stieg fusionsbereinigt von 841 Mio. Euro auf 855 Mio. Euro. Insgesamt betreut die Bank ein Gesamtkundenvolumen von 1,716 Mrd. Euro gegenüber 1,696 Mrd. Euro in 2015.
  • Die Forderungen an Kunden beliefen sich 2016 auf 463,7 Mio. Euro. Das bedeutet ein Plus von 7,2 Mio. Euro.
  • Auch die Kundeneinlagen stiegen. Trotz anhaltend niedriger Zinsen vertrauten die Kunden nach 665,6 Mio. Euro im Vorjahr der VR-Bankverein eG nunmehr Einlagen in Höhe von Euro 671,5 Mio. Euro an.
  • Die Mitgliederzahl beträgt aktuell 23.693 Mitglieder. 585 neu beigetretene Mitglieder unterstreichen das Interesse und Vertrauen der Kunden in die nachhaltige Arbeit der VR-Bankverein eG.
    Der Zinsüberschuss belief sich aufgrund des außerordentlich guten Geschäftsverlaufs auf 19,6 Mio. Euro. Er liegt damit über den Erwartungen und weiterhin über dem Verbandsdurchschnittswert.
  • Das Provisionsergebnis der VR-Bankverein eG bleibt mit 6,8 Mio. Euro ebenso auf einem hohen Niveau.
  • Die Verwaltungsaufwendungen fielen aufgrund von Sondereffekten wie der Fusion und Vorgaben geplant höher aus.
  • Das Betriebsergebnis nach Bewertung lag trotz fusionsbedingter Belastungen mit ca.
    6,4 Mio. Euro geringfügig über dem Vorjahreswert von 6,1 Mio. Euro, was die solide Ertragslage der Bank bestätigt.
  • Mit über 40.900 persönlichen Beratungsgesprächen zu finanziellen Zielen und Wünschen unserer Kunden konnten wir den genossenschaftlichen Förderauftrag erfolgreich erfüllen.

Strukturwandel im Bankenbereich auch in unserer Region spürbar.
Der Strukturwandel in der Bankenlandschaft macht auch vor den Instituten in der Region nicht halt. „Verändertes Kundenverhalten, die mit hohem Tempo fortschreitende Digitalisierung vieler Lebensbereiche der Menschen sowie die demografische Entwicklung nehmen Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Finanzinstitute“, beschreibt Thomas Balk die Lage. Hinzu komme, dass die langanhaltende Niedrigzinsphase die Ertragslage aller Banken mehr und mehr belaste. Und nicht zuletzt führe die undifferenzierte Regulierungswut des Gesetzgebers und der Aufsichtsbehörden dazu, dass insbesondere kleinere Banken an die Belastungsgrenze stoßen.

Zum Wohle der Mitglieder und Kunden habe man aus eigener Sicht das einzig Richtige getan und rechtzeitig gehandelt. Rückwirkend zum 01.01.2016 fusionierten so die VR-Bank und der Bankverein Bebra zur VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg eG.
Hartmut Apel erläutert zur Verschmelzung, die technisch erst am 17.03.2017 umgesetzt wird: „Beide Häuser sind in ihren jeweiligen Geschäftsgebieten tief verwurzelt. Diese regionale Verbundenheit ist unsere gemeinsame Stärke“.
Ein Zusammenschluss war auch betriebswirtschaftlich sinnvoll, da beide Institute wirtschaftlich gesund sind.

Digitalisierung – Filialen sichern Nähe zum Kunden
Das Kundenverhalten ändert sich in Folge der Digitalisierung immer mehr.
„Die gestiegene Nutzung vernetzter Zugänge wie der VR-BankingApp und des Onlinebanking zeigt, dass unsere Mitglieder und Kunden zwischen technischer und persönlicher Abwicklung wählen möchten. Diese Entwicklung macht Filialbesuche für Kunden grundsätzlich immer seltener notwendig“, beschreibt Thomas Balk. Unabhängig davon bleibe es ein wesentlicher Kundenwunsch, dass für eine qualitativ hochwertige Beratung ein fester Ansprechpartner vor Ort sei, wie eine Befragung bei Kunden vor der Modernisierung der Filiale in Heringen ergeben habe. Einen Wunsch, den die Bank als Qualitätsanbieter in ihren Filialen erfüllen werde.
Was müssen zukunftsfähige Filialen also zukünftig bieten können? Einzelne Kreditinstitute reagieren auf diese Herausforderungen mit Filialschließungen und dem Rückzug aus der Fläche. Eine Option, die so nicht mit dem strategischen Anspruch: "Eine Filiale je Gemeindesitz oder Stadt" der VR-Bankverein eG zu vereinbaren ist.
„In Heringen ist daher für unsere Mitglieder und Kunden die modernste Filiale der Bank entstanden und wird so zur Musterfiliale einer neuen Generation zukünftiger Filialen“, so Balk weiter.

Neben der persönlichen Beratung nach Terminvereinbarung ist der Kunde zukünftig in der Lage, alltägliche Bankdienstleistungen eigenständig vorzunehmen. Zeitlich vollkommen unabhängig von Servicezeiten kann er gewohnte und ihm bekannte technische Möglichkeiten, in der Filiale Heringen nutzen. Zumindest immer dann, wenn er es wünscht.
Ein- und Auszahlungen von Bargeld können mühelos mittels der bereits bekannten Technik vorgenommen werden.
Daneben lassen sich Überweisungen und andere Zahlungsverkehrsaufträge in der Filiale Heringen selbständig per Tablet-PC erledigen. Wünscht der Kunde persönliche Hilfe, erreicht er problemlos einen Ansprechpartner im Kunden-Service-Center mittels einem „Touch-Pult mit Video-Funktion“. Dieser bietet persönliche Hilfe – und das natürlich ohne Warteschleife.

Neue Geschäftsfelder
„Für alle Banken gelten in der Zukunft die gleichen Herausforderungen – nur die Lösungsansätze werden andere sein. Wir setzen mit unseren Mitarbeitern seit vielen Jahren mittelfristig ausgelegte Strategieprojekte in konkrete Maßnahmen um, die Grundlage unseres Erfolges sind“, erläutert Thomas Balk. „Im Projekt „VR-Bank 2020“ sind allein 61 Mitarbeiter aktiv in sieben Projektgruppen tätig. Parallel entwickeln mehrere Kollegen in einer „VR-Denkfabrik“ aufgrund der Schnelllebigkeit permanent neue Ideen.“

Im Rahmen der Projektarbeit habe sich die VR-Bankverein eG bereits vor Jahren mit Blick auf die deutlich schwerer werdenden Rahmenbedingungen Gedanken über den Aufbau neuer Geschäftsfelder gemacht. Unter anderem werden Direktinvestitionen in ausgewählte Immobilien getätigt, es werden aber auch neue Dienstleistungen über die Tochtergesellschaft „VR Immobilien und Service GmbH“ angeboten.
Diese Tochter GmbH biete in fünf Geschäftssparten erfolgreich ergänzende Dienstleistungen an. Die VR-Hausverwaltung sei mittlerweile mit rund 1.800 verwalteten Wohneinheiten die größte Hausverwaltung in der Region und werde durch einen Hausmeister- und Handwerkerservice optimal ergänzt. Dieser kümmere sich in gleicher Qualität ebenso auch um die eigenen Gebäude der VR-Bankverein eG.
Mit der eigenen Markt VREQENZ biete die VR-Bankverein eG ihren Kunden innovative und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Lösungen in den Bereichen „Energie“ und „Digitalisierung“ an.

242 Mitarbeiter geben ein Gesicht
Finanzdienstleistungen haben bei der VR-Bankverein eG ein Gesicht, dafür sorgen 205 Mitarbeiter, die fast alle aus der heimischen Region stammen. Zusätzlich beschäftige die Tochtergesellschaft „VR-Immobilien & Service GmbH“ 37 Mitarbeiter in ihren fünf Sparten.
„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, neben einer soliden Eigenkapitalbasis, der wesentliche Erfolgsfaktor für unsere Bank“, so Wilfried Stolz. Wir sehen es als wichtig an, allen Mitarbeitern gerade nach der Fusion Orientierung und regelmäßige Informationen über die Geschäftslage zu geben. Das sind die Grundlagen für die Motivation und Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeiter und Führungskräfte.
Auch im vergangenen Jahr habe die VR-Bankverein eG in die Fortbildung ihrer Mitarbeiter investiert, wie 495 Weiterbildungstage belegen.

Zusätzliche Experten gesucht

Ausbildung werde bei der VR-Bankverein eG groß geschrieben!
Mit 23 Auszubildenden und einer Ausbildungsquote von über 10 % liege die VR-Bankverein eG deutlich über den Werten der Branche. „Diese hohe Quote ist ein starkes Zeichen für die Verwurzelung unserer Bank in der Region und dafür, dass wir die Verpflichtung Ausbildungsplätze zu schaffen, sehr ernst nehmen“, sagt Stolz. Für das Ausbildungsjahr 2017 sei geplant, fünf neue Auszubildende einzustellen. „Gerne können sich Interessierte noch für einen Ausbildungsplatz 2017 oder auch schon für das Jahr 2018 bewerben. Die Ausbildung über ein duales Studium zum Bachelor of Arts (B.A.) ist ebenso möglich“. Und auch die berufsbegleitende Fortbildung werde unterstützt und sei gewünscht, wie die Abschlüsse zahlreicher neuer Bankfachwirte und Betriebswirte im abgelaufenen Jahr zeige.

Der Förderung der Mitglieder und der Region verpflichtet
Für Modernisierungsmaßnahmen und Reparaturarbeiten setzt die VR-Bankverein eG, soweit es möglich ist, auf handwerkliche Betriebe aus der Region. So wurden zwei Geschosse des Gebäudes Markt 30/31 in Bad Hersfeld saniert und das Gebäude Dudenstraße 8 zum Haupt-und Verwaltungssitz umfunktioniert. 2016 durften sich heimische Unternehmen über ein Auftragsvolumen von 1,6 Mio. Euro freuen. Für 2017 wolle der Vorstand an diesen
Investitionstätigkeiten festhalten und angemessen zu den Ergebnissen weiter investieren.

Als genossenschaftliche Bank ist die VR-Bankverein eG mehr als ein Finanzdienstleister.
Getreu dem Motto „Jeder Mensch hat etwas, das ihn antreibt“ kam die VR-Bankverein eG auch im vergangenen Geschäftsjahr ihrem Förderauftrag nach, die Region und deren Menschen in sozialem, kulturellem und gesellschaftlichem Engagement zu unterstützen. „Im Rahmen unserer VR-Vereinsförderung haben wir mit insgesamt 135.900 Euro die Projekte von 299 Vereinen unterstützt“, erläutert Vorstandsmitglied Hans-Georg Germeroth.
„Zusätzlich kauften wir wieder zwei funkelnagelneue VW-UP als „VR-Mobil“ und verschenkten diese an zwei gemeinnützige Einrichtungen im Geschäftsgebiet“. Damit seien bereits 14 „VR-Mobile“ an heimische Institutionen übergeben worden und soziale und gemeinnützige Projekte im Geschäftsgebiet aktiv unterstützt worden. „Auch 2017 werden sicher weitere VR-Mobile hinzukommen“, so Germeroth weiter.

Über diese Fördermaßnahmen hinaus zahle die VR-Bankverein eG rund 800.000 Tausend Euro Gewerbesteuer und unterstütze so indirekt die Infrastruktur der Region und stärke mit den Gehältern der Beschäftigten zusätzlich die Kaufkraft in der Region. Insgesamt wurden an Steuern rund 1,9 Mio. Euro gezahlt.

Qualität zahlt sich in Auszeichnungen aus
Im Jahr 2016 erhielt die VR-Bankverein eG wieder zahlreiche Auszeichnungen für Ihre Qualität in der Kundenberatung. Im „City Contest 2016“ erzielte die Bank den 1. Platz und damit die Auszeichnung als „Beste Bank in Bad Hersfeld“. Im Test waren sechs Banken in Bad Hersfeld getestet worden.
Auch das Testerteam der Tageszeitung „Die Welt“ zeichnete die VR-Bankverein eG für die „Beste Beratung von Firmenkunden“ und für die „Beste Beratung von Privatkunden“ aus. Die Bank darf damit den Titel „Sieger Bankentest“ tragen. In beiden Kategorien überzeugten die Kundenberater die Tester in den Beratungsgesprächen mit Leistungen, die mit Note 1,38 beurteilt wurden.
„Auf diese herausragenden Leistungen unserer Mitarbeiter sind wir besonders stolz. Insbesondere, da unsere Berater diese guten Leistungen zu Gunsten der Mitglieder und Kunden in der Geno-Beratung bereits mehrfach gezeigt haben. Nur so konnten wir die Auszeichnungen in Folge erhalten“, ist sich der Vorstand auch in diesem Punkt einig.
 

Ausblick 2017

In erster Linie sehe sich die VR-Bankverein eG ihren rund 23.700 Mitgliedern, allen Kunden, Mitarbeitern und der Region verpflichtet.

Auch wenn sich die Bankenbranche durch Niedrigzinsphase, hohe regulatorische Anforderungen, verändertes Kundenverhalten und die voranschreitende Digitalisierung im Wandel befindet, blicken die vier Vorstandsmitglieder optimistisch in die Zukunft, zumindest für den Teil, der durch sie gestaltbar ist.
Thomas Balk erklärt: „Die Aufgaben der Zukunft für die Banken bleiben ohne Zweifel herausfordernd. Die Größe und Struktur der VR-Bankverein eG geben eine solide Basis, diesen Aufgaben mit einem hohen Maß an Zuversicht zu begegnen. Mit unserer eingeschlagenen Strategie sind wir auf einem guten Weg, den Mitgliedern und Kunden weiterhin der verlässliche Partner vor Ort zu sein.“

Bebra, 13.2.2017